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Rezensionen
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31.08.2010, 17:09 Uhr |
| Robert Schumann, Sämtliche Werke für Pedalflügel/Orgel |
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Robert Schumann, Sämtliche Werke für Pedalflügel/Orgel, Andreas Rothkopf, Walcker-Orgel Hoffenheim (1846), audite 97.411, P 1988
Die Neuauflage dieser älteren Einspielung ist dem Schumann-Jahr 2010 zu verdanken. Ob der Interpret immer noch mit seiner damaligen Aufnahme einverstanden ist? Neuere Einspielungen zeigen, dass der Klaviercharakter der Studien und Skizzen, op. 56 und 58, von anderen treffender wiedergegeben werden kann. Auch die Mikrofonaufstellung liefert heutzutage in der Regel noch genauere Klangbilder. Seltsam auf dieser Aufnahme sind auch die harten gemischten Stimmen der sicherlich sonst nicht kritikwürdigen Walcker-Orgel. Außerhalb dieser Kritikpunkte aber liefert diese wieder aufgelegte CD eine durchaus zufrieden stellende Geburtstagsgabe für den 200-jährigen Komponisten.
Rainer Goede

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| Literatur: |
31.08.2010, 17:08 Uhr |
| Jürgen Trinkewitz, Historisches Cembalospiel |
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Jürgen Trinkewitz, Historisches Cembalospiel, Carus 60.008, 124,90 EUR, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-89948-118-1
Das hier von Jürgen Trinkewitz vorgelegte Kompendium des Cembalospiels schließt sich an an die Quellensammlungen und –deutungen, die von Jon Laukvik (Orgelschule) u.a. in den letzten 20 Jahren herausgegeben wurden. Die Notwendigkeit, immer wieder derartige Sammlungen vorzulegen und zu revidieren, steht außer Frage, um an Hand des Quellenstudiums dem Nachwuchs den Weg zu zeigen, zu einem exakt begründeten Spiel zu kommen. Unsicherheiten können auch Fortgeschrittene auf diese Weise ausräumen.
Dem umfänglichen Problemfeld wendet sich Trinkewitz mit Themengebieten wie Instrumentenkunde, physiologische Grundlagen, Grundzüge der Spieltechnik und Ornamentik sowie aufführungspraktischen Grundlagen zu. Eine ausführliche Bibliographie, Auszüge aus elementarem Quellenmaterial (Rameau, Couperin, Mattheson, Kirnberger u.a.) und ein ergänzender Notenband mit angeführten wie weiterführenden Kompositionen vervollständigen die Doktorarbeit. Dem Anspruch, auch eine Spielschule damit herauszugeben, will Trinkewitz mit einzelnen Übungen genügen, die notwendigerweise aber unvollständig sowie inkonsequent bleiben. Den Unterricht bei einem Profi können die Übungen natürlich nicht ersetzen.
Dass eine Quellensammlung auch immer unvollständig bleiben muss, ist auch selbstverständlich. Dennoch gelingt es Trinkewitz, jedes Problemfeld relativ kurz und bündig darzustellen und zu belegen. Seine Ausführungen etwa zu Taktakzentuierung, Inegalem Spiel, Fingersätzen, Tempofragen, Tanz- und Tonartencharakteren, zur musikalischen Rhetorik, Style luthé und brisé werden an Beispielen belegt und verdeutlicht.
Es sind gerade die Quellenzitate, die diesen Band auch immer wieder zum Nachschlagewerk machen, jedes Stichwort, jeder Name ist in einem Sach- und Personenregister schnell zu finden. Daher sei die vorliegende Arbeit jedem, der sich mit der Problematik der Aufführungspraxis bis ans Ende des 18. Jahrhunderts beschäftigt, sehr empfohlen.
Rainer Goede

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| Literatur: |
31.08.2010, 17:01 Uhr |
| Martin Schulze, Orgeln im Land Hadeln |
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Martin Schulze, Orgeln im Land Hadeln, Freimut & Selbst edition labium, Berlin 2009, ISBN 978-3-937378-18-3, 44 Seiten
Martin Schulze & Dietrich Kollmannsperger, Orgel der Stadtkirche St. Severi zu Otterndorf, Otterndorf 2009, Selbstverlag, 52 Seiten
Bei der ersten Broschüre handelt es sich um eine reine Inventarliste, sie verzeichnet in alphabetischer Reihenfolge die Orte im Land Hadeln an der Elbe, die Bau- und Restaurierungsdaten sowie die Dispositionen und die Stimmtonhöhen. Einige wenige Verweise und Literaturhinweise beschließen das Bändchen, das nützlich sein kann für Besucher der Landschaft oder als Gedächtnisstütze für diejenigen, die die Instrumente bereits studiert haben. Die s/w Photographien – sie zeigen leider nie die Instrumente im Raum - stammen vom Herausgeber.
Die zweite Broschüre bringt einen historischen Abriss der Gloger-Orgel in Otterndorf und eine Analyse des historischen Pfeifenwerks, sie dient vor allem der Vorbereitung der anstehenden Restaurierung, die dieses Instrument unbedingt nötig hat. Auch hier beschließt ein Quellen- und Literaturverzeichnis das Bändchen. Kollmannspergers kurze Bemerkungen zu Glogers Register „Bartpfeife“ gibt leider keinen Hinweis auf die mögliche Bauform konisch offen, wie sie zur Zeit Glogers in den Niederlanden üblich war. Auch hier stammen alle Photographien von Martin Schulze.
Rainer Goede

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| Tonträger: |
12.07.2010, 11:10 Uhr |
| Masaaki Suzuki plays Buxtehude |
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CD Masaaki Suzuki plays Buxtehude, Altenbruch und Lüdingworth, BIS-SACD 1809 Akesberg/S, P 2010
Buxtehude fasziniert bis zum heutigen Tage, jetzt auch Masaaki Suzuki, der sich hier der Klapmeyer-Orgel in Altenbruch und der Wilde-Schnitger-Orgel in Lüdingworth bedient. Der direkte optimal aufgenommene Klang in den kleinen Kirchen ist das eine, Suzukis Spiel das andere, Buxtehudes Kompositionen das dritte, was die CD in die erste Auswahl spielt. So viel Buxtehude inzwischen eingespielt wurde, die Dreier-Kombination hier ist bewundernswert gelungen. Zwar spielt auch Suzuki ab und zu verrückte Tempi wie sein Lehrer Koopman, aber hier klingen sie, während sie dort zum Geräusch verkommen. Barocke Affekte und gelassene Kontrapunkttechnik reichen sich die Hand, so soll es sein. Die Programmauswahl ist natürlich willkürlich, ein roter Faden nicht erkennbar, um so mehr gewinnen die Einzelstücke Solo-Prägnanz, darunter die beiden großen Versetkompositionen BuxWV 218 (Te Deum) und BuxWV 203 (Magnificat primi toni), die Toccaten BuxWV 155 und 156 und die Ciacona BuxWV 160. Das dreisprachige Booklet führt ein in die Orgelhistorien und die Werke, bringt Suzukis Vita und die Dispositionen und ein bisschen Werbung, hier wären mehr und mehrfarbige Abbildungen und die Registrierungen besser aufgehoben gewesen.
Rainer Goede

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27.06.2010, 17:17 Uhr |
| Louis Vierne, Sämtliche Orgelwerke, Bd IV, 6. Symphonie op. 59 |
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Louis Vierne, Sämtliche Orgelwerke, Bd IV, 6. Symphonie op. 59, Hg. Helga Schauerte-Maubouet, BA 9226, Kassel 2010, 26,95 EUR
Zwei Jahre nach Erscheinen des ersten Bandes setzt Helga Schauerte-Maubouet mit diesem Band ihre Vierne-Ausgabe, von der bisher drei Bände in sieben Heften erschienen sind, fort. Der einmal begonnene Standard mit Bibliographischer Übersicht, etlichen Anmerkungen zur Entstehung der 6. Symphonie, zur Erstausgabe und ihrer Edition, einigen Faksimiles und natürlich einem Kritischen Bericht ist beibehalten. Erstaunlich und sehr hoch für Helga Schauerte-Maubouet zu bewerten, dass sich trotz der genauen Drucklegungen aus dem 20. Jahrhundert noch einige Textfehler erkennen lassen. Wie immer bei Bärenreiter ist das Notenbild hervorragend lesbar. Die fünfsätzige monothematische 6. Symphonie entstand 1930 und gehört zu den letzten Kompositionen des blinden Meisters, sie ist das absolute Spitzenerzeugnis der hochchromatischen französischen Spätromantik und Vorbild für entsprechende Improvisationen auch noch heute.
Rainer Goede

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27.06.2010, 17:16 Uhr |
| Felix Mendelssohn Bartholdy, Heilig (1844), für achtstimmigen Chor a cappella, MWV B 47 |
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Felix Mendelssohn Bartholdy, Heilig (1844), für achtstimmigen Chor a cappella, MWV B 47, Hg Ralf Wehner, Breitkopf ChB 5319, Wiesbaden 2009
Zwei Seiten umfasst die Erstausgabe dieses 25 Takte umfassenden Sanctus-Satzes, den Mendelssohn Anfang 1844 für den Berliner Hof- und Domchor schrieb. Um sich vor ungenehmigten Veröffentlichungen zu schützen, hatte Mendelssohn sein Manuskript einem Wiener Sammler vermacht mit der Auflage, dass es „nur für das Album bestimmt“ sei. Aus diesem Album von Johann Vesque von Püttlingen gelangte die Vorlage in das Schottenstift in Wien, das nun die Quelle rechtzeitig zum Mendelssohn-Jahr zur Veröffentlichung zur Verfügung stellte. Der schlichte aber klangprächtige Satz entstand in unmittelbarer zeitlicher Nähe zum 43. Psalm „Richte mich Gott“, er mag auch die liturgische Praxis heute wieder bereichern. Mendelssohns Tätigkeit als Preußischer Generalmusikdirektor in Berlin am Hofe Friedrich Wilhelm IV. war außerordentlich erfolgreich, dankbar war ihm der Hof dafür aber nicht. Möge diese Erstausgabe dazu beitragen, Mendelssohn ganz für sich sprechen zu lassen.
Rainer Goede

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| Noten: |
27.06.2010, 17:16 Uhr |
| Giovanni Battista Pergolesi, Stabat mater, Studienpartitur |
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Giovanni Battista Pergolesi, Stabat mater, Studienpartitur, Hg Helmut Hucke, Breitkopf PB 5256, Wiesbaden 1987
Weltberühmt ist Pergolesis Stabat mater, seit es 1736 der todkranke junge Modekomponist in Neapel komponiert hatte. Dass es Bach nur kurze Zeit später mit einer Nachdichtung des 51. Psalms neu textierte, adelt das Werk für deutsche Protestanten zusätzlich. Als Opernkomponist hatte Pergolesi schnell reüssiert, als Kirchenkomponist war er entsprechend gefragt. Sein Stabat mater entstand für die adelige Bruderschaft von der Schmerzensreichen Mutter, die für ihre Gottesdienste an den Freitagen im März damit gesellschaftliches Aufsehen erreichen wollte. Seine kleine Besetzung mit zwei Vokalstimmen und Streichern machte das Werk vielschichtig aufführbar, sein neuer empfindsamer Stil modern und vorbildhaft für die Zeitgenossen. Die Neuauflage der Studienpartitur bietet das bekannt klare Druckbild des Hauses Breitkopf&Härtel.
Rainer Goede

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| Tonträger: |
27.06.2010, 17:15 Uhr |
| Johann Pachelbel, Clavier Music Vol. 2 |
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Johann Pachelbel, Clavier Music Vol. 2, Franz Raml, Silbermann-Orgel Petrikirche Freiberg, MDG 614 1553-2, P 2010
Auf der kürzlich restaurierten Silbermann-Orgel der Petrikirche in Freiberg spielt Franz Raml ausgewählte Werke Pachelbels, für die Suite in F, Chaconne in F und Fantasie in d nutzt er ein Cembalo von Bernhard von Tucher (nach J.B.Giusti). Zwar sind Silbermann-Instrumente wohl kaum in einen Zusammenhang mit Pachelbel zu bringen, dennoch überzeugt die schöne Orgel natürlich auch mit Pachelbel. Ramls Spiel ist wohlüberlegt, manchmal etwas kurz artikuliert, gefällt vor allem in den ausgewählten Registrierungen. Das Booklet bringt in Kürze die wichtigsten Informationen zur Biographie, Pachelbels Musik, zur Aufführungspraxis, den eingespielten Werken und zum Interpreten. Den Restaurator der Orgel, auch deren Winddruck und nähere Angaben zum Cembalo verschweigt das Heftchen. Die CD ist ein großer Gewinn für alle diejenigen, die Pachelbels Orgelwerke zu schätzen wissen.
Rainer Goede

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27.06.2010, 17:14 Uhr |
| Max Reger, Werkausgabe, Abteilung I: Orgelwerke Bd 1, Choralphantasien |
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Max Reger, Werkausgabe, Abteilung I: Orgelwerke Bd 1, Choralphantasien, Hg Carus CV 52.801, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-89948-141-9, 144,- EUR
Nachdem vor Kurzem die Bach-Autographe im Internet zugänglich gemacht wurden und damit Forschung und Praxis einen neuen Zugang zu Editionsproblemen gewonnen haben, erscheint nun als zweites Vorhaben dieser Art von Nutzung elektronischer Medien eine Neuausgabe der Orgelwerke, Lieder, Chöre und Bearbeitungen von Werken anderer Komponisten von Max Reger. Die Ausgabe erscheint im Auftrag des Max-Reger-Institutes in Karlsruhe im Carus-Verlag, der erste Band im Hochformat umfasst die Choralphantasien. Ihm ist eine DVD beigegeben, die es in sich hat. Abbildungen sämtlicher verfügbarer und relevanter Quellen, enzyklopädisches Informations- und Bildmaterial zur Werkgeschichte und historischem Kontext, zu Widmungsträgern und Uraufführungsinterpreten, Dispositionen etc. ist hier abrufbar und mit Hilfe der Software „Edirom“ partiell auch gleichzeitig auf den Schirm zu holen. Ein neuer Name wurde für diese Allround-Ausgabe kreiert: Hybrid-Ausgabe, was so viel bedeutet wie: hier ist alles Relevante miteinander verfügbar. Was die Technik da erlaubt und hier gewinnbringend angewendet ist, z.B. das Zoomen von Quellenscans, ist von großem Nutzen für die Wissenschaft und Praxis, bedeutet aber doch keinen Abschied vom Buch und Notenband. Zwar bietet die DVD neben den Autographen, Stichvorlagen, Erstausgaben und Kritischem Bericht etc. etc. auch den Notentext der Neuausgabe, aber der Schirm auf dem Notenpult ist natürlich nicht funktionabel. Und natürlich sind auch Bücher jedenfalls länger haltbar als jede Elektronik. Jedoch ist die allumfassende Verfügbarkeit aller Informationen der Vorteil dieser Edition, die für 18 Jahre im Rahmen des Förderprogramms der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz gesichert ist. Die unendliche Fleißarbeit der Herausgabe unterziehen sich Alexander Becker, Christopher Grafschmidt, Stefan König und Stefanie Steiner. Mehr als 5 GB Bilddaten komponieren sie auf die digitale Komponente jeden Bandes. So ist die Hybrid-Ausgabe nichts weniger als das Nonplusultra zeitgemäßer Herausgabetechnik, was den Höchstpreis etwas relativiert.
Rainer Goede

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| Tonträger: |
27.06.2010, 17:12 Uhr |
| Christoph Graupner, Orchestral Works Vol. 3 |
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Christoph Graupner, Orchestral Works Vol. 3, Nova Stravaganza, Siegbert Rampe, MDG 341 1628-2, P 2010-06-20
Von zwei Aufnahmen aus den Jahren 2004 in Bad Arolsen und 2009 in Marienmünster sind auf dieser CD vier Werke des Darmstädter Meisters versammelt, der Canon all’unisono GWV 218, die Sonaten GWV 707 und 711 und die Ouverture GWV 447. Wohl kaum eine CD-Folge ist in diesen Tagen so verdienstvoll wie diese, die eine merkliche Repertoirelücke schließt. Wenn auch Graupners Qualitäten bekannt sind, so sind sie doch im Sinne des Wortes bis heute unerhört geblieben. Kaum gibt es Neuausgaben seiner unzähligen Kantaten, Orchesterwerke und seiner Kammermusik, der sich die vorliegende CD widmet. So staunt man über die Canon-Suite für zwei Oboen und Continuo (ca. 1736), die ihresgleichen nur bei Bach findet. Ebenso faszinierend sind auch die beiden Flötensonaten, wobei die G-Dur-Sonate GWV 707 (vor 1710) offenbar eine der ersten Sonaten für Traverse darstellt, und die Ouvertüre (um 1740), in der wiederum eine Blockflöte Verwendung findet. Das Rampe und sein Ensemble mitreißend zu musizieren verstehen, muss nicht mehr betont werden. Ebenso überragend ist aber auch die Tontechnik von Friedrich Wilhelm Rödding, die auch das kleinste Detail einzufangen verstand. Das Booklet bietet in Kürze alle notwendigen Informationen in englisch, französich und deutsch, wobei man sich wundert, dass bei einer deutschen Firma die Reihenfolge nicht mit dem deutschen Text beginnt.
Rainer Goede

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| Literatur: |
27.06.2010, 17:12 Uhr |
| Felix Friedrich/Eberhard Kneipel, Orgeln in Thüringen – Ein Reiseführer |
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Felix Friedrich/Eberhard Kneipel, Orgeln in Thüringen – Ein Reiseführer, Verlag Kamprad Altenburg 2010, ISBN 978-3-930550-67-8, 242. Veröffentlichung der GdO
Nicht nur eine schöne Idee, geradezu vorbildlich ist dieses Bändchen, dass 26 Orgeln in Thüringen in Zusammenhang mit Landschaft, Städten und Sehenswürdigkeiten vorstellt. Da wird so nebenbei viel Bildung vermittelt, im Anhang finden sich zudem noch ein Literaturverzeichnis und ein Orgelbauerregister. Im freundlichen Plauderton erzählen Friedrich und Kneipel von Orgelschicksalen, von Land und Leuten, der Leser erfreut sich zudem an den hervorragenden Photos. Etwas unübersichtlich allein sind die Textabschnitte „Sehenswertes“ gesetzt. Im fortlaufenden Fließtext fehlen Markierungen, die das Wiederaufsuchen erleichtern könnten. Auch Stadtpläne hätten die Vorstellungskräfte besser leiten können. Die gibt es aber sicherlich abzuholen bei den Informationsämtern, deren Adressen freundlicherweise genannt sind – oder zuvor im Internet. Lust auf Thüringen und seine Orgeln weckt der Band in jedem Fall. Wann kommt Band 2?
Rainer Goede

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| Tonträger: |
27.06.2010, 17:11 Uhr |
| Schlosskirche Meisenheim, Orgel der Gebr. Stumm (1767) |
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Schlosskirche Meisenheim, Orgel der Gebr. Stumm (1767), Elisabeth Ullmann, ifo ORG 7233.2, P 2009
Werke von Guilain, Böhm, Bach, Hasse, Pachelbel, d’Aquin, Roberday und Muffat versammelt die Salzburgerin Elisabeth Ullmann auf dieser CD, eine vielseitige Vorstellung des schönen relativ unbeschadet über die Zeiten gekommenen und 1994 von Förster & Nicolaus restaurierten Instrumentes der Brüder Johann Philipp und Johann Heinrich Stumm. Das Booklet vereint Aufsätze über die Interpretin, die Baugeschichte der Kirche, die Orgelbauerfamilie Stumm, die Orgel und schließlich die Disposition. Das gut bebilderte Heftchen zeigt schließlich den seitenspieligen Spieltisch mit den restaurierten Registerzügen und darunter ein mit Schrauben (?) befestigtes Deckbrett. Ullmanns Spielweise ist wie immer untadelig und wird den eingespielten Werken in jeder Weise gerecht – nur die Cromorne hat eine absolut andere Provenienz als derartige Stimmen aus Frankreich, worunter das Klangbild der Guilain-Suite denn doch etwas leidet. Stumm ist bei aller Nähe zu Frankreich eben doch kein Franzose.
Da das Booklet weder auf die Programmkonzeption noch die eingespielten Werke eingeht, auch die Registrierungsangaben nicht bereithält, bleibt die Ungewissheit, was Redaktion und Interpretin hier eigentlich bezweckten. Weder ist das Programm chronologisch aufgebaut noch verdeutlicht es einen Stil- oder anderen Sinnzusammenhang. Keiner der Komponisten steht in einem inneren Zusammenhang zur Orgellandschaft der Stumms noch bieten die Choraltexte eine Konsequenz an. So bleibt der Hörer am Ende verunsichert zurück, was er mit dieser additiven Folge eigentlich anfangen soll. Schöner Klang, ja, aber nur das?

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| Tonträger: |
27.06.2010, 17:10 Uhr |
| BACH and the North German Tradition Vol. 1 |
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BACH and the North German Tradition Vol. 1, Martin Neu, Ahrend Organ, Herzogenaurach, audite 92.547 SACD, P 2010
Die neue Orgel von Hendrik Ahrend besticht durch ihre klare prägnante Sprache, deren norddeutsch-barocke Art der Sohn von Vater übernommen hat. Da gibt es nichts zu beanstanden bei den edlen Grundstimmen - nur die Viola di Gamba ist leider nicht solistisch zu hören - und den Plenumkombinationen, auch wenn dem Pedal bei den Pedalsoli die eigene Mixtur ersichtlich fehlt. Sinnieren könnte man allerhöchstens darüber, warum ein solches Klangbild mitten im Frankenland mit seiner ganz andersartigen Orgelkultur entstanden ist. Enttäuschend nur, dass dem mitreißendem wunderschönen Klangbild der Orgel ihr etwas einfallsloses Gehäuse nicht entsprechen mag.
Martin Neu kombiniert verschiedene Werke Buxtehudes und Böhms mit Bachs „Christ ist erstanden (Orgelbüchlein), Praeludium und Fuge D-Dur (BWV 532) und „Herr Jesu Christ. Dich zu uns wend“ (Leipziger Choräle). Das ist nun sicherlich kein neues Konzept, auch der Zusammenhang mit Buxtehudes Passacaglia, dem Praeludium d-Moll (BuxWV 140), der Toccata in G (BuxWV 164) und Böhms Partiten „Ach wie nichtig, „Freu dich sehr“ und dessen Capriccio ist nicht ersichtlich, auch wenn Neu über die Choraltexte einen Zusammenhang zu konstruieren versucht. Der Reutlinger Dekanatskirchenmusiker Martin Neu interpretiert alle Werke höchst detailliert, sorgfältig und genau, jeder Ton sitzt passgenau, worüber allerdings musikalischer Schwung und Sportivität so manches Mal verloren gehen. In seinem Booklettext gibt er die Vitae der Komponisten in kürzester Form wieder, dafür kommt Philipp Spitta als Zitatgeber wieder zu Ehren, ein Foto von der Orgel im Kirchenraum fehlt.
Bei einem Tonmeister wie Andreas Ruge ist die Technik natürlich höchst verantwortungsvoll wahrgenommen und sehr gelungen. Nicht so gelungen sind leider das Programm und die Tempi des Interpreten auf dieser CD.!
Rainer Goede

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| Noten: |
24.06.2010, 14:29 Uhr |
| Felix Mendelssohn Bartholdy, Elias, op. 70 |
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Felix Mendelssohn Bartholdy, Elias, op. 70, Hg Christian Martin Schmidt, Partitur Breitkopf Partitur Bibliothek 5311, 120,- EUR, Wiesbaden 2008; Klavierauszug EB 8649 (deutsch-englisch), 17,- EUR; Klavierauszug EB 8650 (deutsch), 15,- EUR
Die Neuausgabe bietet den Notentext letzter Hand aus dem Jahr 1847. Das Vorwort des Herausgebers beschäftigt sich zwar ausführlich mit der Entstehung von Libretto und Partitur, ein irgendwie gearteter Kritischer Bericht ist aber nicht beigegeben. Der Klavierauszug folgt dem von Mendelssohn selbst angefertigtem Klavierauszug für seinen englischen Verlag J.J:Ewer&Co. Das Vorwort bietet einen kurzen Überblick in die Entstehungsphasen und Revisionen. Die von Schmidt hier vorgelegte Neuausgabe gibt den Text in deutsch und englisch wieder. Neben dem zweisprachigen Klavierauszug bietet Breitkopf dazu einen rein deutschsprachigen Klavierauszug (EB 8650) im kleineren Pariser Format als praktische Ausgabe nach der Mendelssohn-Gesamtausgabe. Das deutlich geringere Gewicht der Ausgabe wird den Chorsängern das Leben in Probe und Konzert erleichtern. Die vorbildliche Ausgabe erschien sicher nicht zufällig rechtzeitig vor dem Mendelssohnjahr 2009.
Rainer Goede

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